Gehätschelt und verwöhnt

Pflanzen und Haustiere hüten wir wie unseren Augapfel.

Aber was passiert mit ihnen in den Ferien?

Jedes Jahr dasselbe: Wer schaut zu den niedlichen Haustieren und den mit Herzblut gezogenen Pflänzchen, während wir in die Ferien fahren? Alles ist gebucht, aber diese eigentlich viel essenziellere Frage harrt einer Lösung. Die Tiere können natürlich ins Ferienheim. Und für die Pflanzen gibts mittlerweile digital unterstützte technische Lösungen. Das alles geht aber ins Geld. Wir nahmen die Meerschweinchen damals mit, als ich noch klein war.

Das war umständlich: Kleines Auto gefüllt mit Kind und Kegel, dazu dort, wo meine Füsse hinbaumelten, zwei quiekende verschreckte Nagetiere. So fuhren wir ins Bündnerland. Wir liessen die beiden Tierchen – ein Pärchen, wie sich zeigen wird – auf dem noch bleiverseuchten Rasen einer Autobahnraststätte grasen, damit sie nicht vollends überschnappten. Sie überlebten es. Mehr als das. In der guten Bündner Luft bekam Susi, so hiess das Weibchen, sechs Junge. Von da an hatten wir alle Hände voll zu tun, um sie vor den Raubtieren und Greifvögeln rund ums Bauernhaus im Prättigau zu schützen.

Unter den ausladenden Blättern von mit Gülle und Mist gemästeten Stumpfblättrigen Ampfern verschwanden sie irgendwo hinter dem Haus. Nur das Schaukeln der Blattstiele verriet uns, wo wir sie suchen mussten. Die Blacken, wie die Bauern das Kraut hierzulande nennen, boten immerhin Schutz vor gierigen Blicken von oben, wo der Mäusebussard seine Kreise zog. Wir brachten damals alle acht Meerschweinchen wieder heil nach Hause – dort geriet dann das bedauernswerte Männchen einer kommunen Hauskatze zwischen die Fänge.

Wie es den Pflanzen in Wohnung und Garten ergangen ist während unserer Abwesenheit, weiss ich nicht mehr. Das interessierte mich damals weniger. Soweit ich mich erinnern kann, schauten liebe Nachbarn zu ihnen. Ja, Nachbarn, ohne sie wären Ferien so viel anstrengender, denke ich heute beim Campieren am Neuenburgersee.

Ferien ahoi

Und wer schaut eigentlich während der Ferien zu den Pflanzen und Gärten der Familien in Ostermundigen und Rubigen?

Kürbis-Update

Die beiden Familien haben sich im Mai auf den Wettbewerb eingelassen, wer den grösseren Kürbis bis Halloween ziehen kann. Der Gewinner bekommt von den Redaktoren eine Kürbissuppe serviert.

In Ostermundigen hat der Kürbis die Grösse eines Medizinballs erreicht:


In Rubigen ist man stolz auf drei fussballgrosse Kürbisse, hier einer im Bild:

Fotos: Claudia Salzmann
Fotos Kürbisse und Tiere: zvg/Fotolia
Text: Christoph Aebischer
Video/Schnitt/Umsetzung: Claudia Salzmann

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